Die Big Tech Lobbylandkarte macht sichtbar, in welchem weiten Netz aus Organisationen Big Tech in Deutschland politisch Einfluss nimmt. Unter lobbylandkarte.digitalrechte.de könnt ihr die Daten selbst erkunden. Alle Informationen stammen aus dem Lobbyregister. Wir haben sie nur neu visualisiert.
Viele Menschen fragen sich, warum sich die Interessen von Big Tech politisch immer wieder durchsetzen. Ein Teil der Antwort ist Lobbying. Aber Lobbying funktioniert anders, als man denkt. Es geht nicht um Geldkoffer, sondern um Netzwerke, Nähe, Expertise und Beeinflussung von Debatten. Und darin ist Big Tech aktuell am besten.
Die Bedeutung von Lobbynetzwerken
Big Tech Unternehmen beauftragen nicht nur Lobby-Agenturen, sie sind auch Mitglied von fast jedem Wirtschaftsverband und Lobbyverein, der in der Digitalpolitik aktiv ist. Es wäre falsch zu denken, dass diese Verbände und Vereine 1-zu-1 die Interessen von Big Tech vertreten. Sie haben schließlich auch viele andere Mitgliedsunternehmen. Aber was Big Tech durch eine Mitgliedschaft meistens erreicht: Politische Forderungen blockieren, die ihnen wirklich weh tun würden. Zum Beispiel für konsequenten Verbraucherschutz, mehr digitale Souveränität oder faire Besteuerung und Wettbewerbsbedingungen.
Big Tech Lobbying ist ein strukturelles Problem
Die politische und wirtschaftliche Macht von Big Tech fordert die Gewaltenteilung heraus. Einzelne Unternehmen haben genug Ressourcen, um alle politischen Institutionen konstant zu bearbeiten. Die Legislative, die Exekutive, die Judikative und auch die Öffentlichkeit.
Lobbying ist legal und normal. Wahr ist aber auch: Wenn einzelne Unternehmen zu mächtig werden, entstehen strukturelle Probleme. Ihr politischer Ressourcenvorteil erhält einen Status Quo, der nicht unseren Interessen entspricht. Wir sind in einer technologischen Abhängigkeit von einzelnen Monopolisten, die teuer ist – politisch und wirtschaftlich. Wegen ihr stößt die demokratische Kontrolle an Grenzen und es ist schwer, geltende Gesetze und die Interessen von Nutzenden durchzusetzen. Europäische Alternativen bleiben im Wettbewerb oft chancenlos und Kunden haben wenig Wahlfreiheit.
Du willst tiefer einsteigen? Hier sind unsere Vorträge zu dem Thema:
By playing, you accept YouTube's privacy policy.
By playing, you accept YouTube's privacy policy.
So sind wir methodisch vorgegangen
Alle Daten basieren auf öffentlichen Selbstangaben der Organisationen im Deutschen Lobbyregister. Wir liefern dafür nur eine bessere Visualisierung. Letzter Stichtag unserer Auswertung ist der 14.07.2026. Angaben zu Budgets beziehen sich auf das Geschäftsjahr 2025. Die Kreisgröße orientiert sich an der Größe des Budgets.
Eintragungspflichtig im Lobbyregister sind Organisationen, die Interessenvertretung betreiben und mit dem Ziel der Beeinflussung von Gesetzen Kontakt mit Mitarbeitenden der Bundesregierung oder des Bundestages aufnehmen. Die Korrektheit der Angaben lässt sich unabhängig kaum überprüfen. Und wirklich spannende Infos - zum Beispiel wer wann wen trifft - werden gar nicht erst erfasst. Auch sind nicht alle relevanten Big Tech Firmen im Lobbyregister eingetragen. Ein Beispiel: X fehlt.
Wir haben bewusst eine kleine Auswahl getroffen, um auf das strukturelle Problem von Big Tech hinzuweisen. Wir haben die sogenannten „Big Five“ (Google, Microsoft, Meta, Apple, Amazon) aufgenommen, ergänzt um Tiktok und Palantir, deren Produkte besonders kontrovers diskutiert werden. Selbstverständlich gibt es deutlich mehr Tech-Unternehmen, die in Deutschland Lobbying betreiben.